Ganz oben und dem Himmel nahe
Eine Wanderung durch das Montafon mit Fit & Fun

„Ganz oben in den Hochtälern gab es große Bersteigerhütten des Alpenvereins, in denen
du übernachten konntest und für das Holz, das Du verheiztest, etwas Geld da liest.
Manchmal musstest du auch dein eigenes Holz mitbringen, oder wenn du eine lange
Wanderung durchs Hochgebirge oder über die Gletscher vor hattest, heuertest du
jemanden an, der Holz und Vorräte hinaufschaffte, und richtest ein Basislager ein.“ Mit
diesen Worten beschrieb Ernest Hemingway das Montafon, das diesjährige Reiseziel der
Sportgruppe Fit & Fun des TV Forbach.
Voller guter Dinge und in bester Laune, gestärkt und gepackt mit allem was man für eine
dreitägige Bergtour benötigt, fuhren wir am frühen Freitagmorgen aus Forbach weg, um
rechtzeitig an unserem Ausgangspunkt, dem Staubecken des Lünerseewerks in
Latschau, anzukommen. Unsere Aussichten für den Verlauf des Wetters und das
bevorstehende Wochenende waren hoffungsvoll, für den heutigen Tag jedoch eher
bescheiden. Tief grauer Himmel, leichter Regen und starke Nebel, die sich dauerhaft in
den Bergen verankert hatten, wurden zu unseren Reisebegleitern auf unserem Weg und
auf die Gipfel des Montafon.
So wanderten wir stramm und guter Dinge Berg aufwärts, über die Bergstation Grüneck,
bis hoch zur Geißspitze auf luftige 2324 Meter. Wir erlebten die wunderbare und wilde
Natur der Alpen. Eindrucksvoll betrachteten wir Flora und Fauna, Pflanzen, Gräser und
Blumen, an die sich kleine Wassertropfen schmiegten, erlebten Wege die von Regen
überflutet sich hin zu Bächen und für uns in eine herausfordernde Rutschpartie
entwickelten. Nach nahezu 6 Stunden Marsch erreichten wir erleichtert unser Tagesziel,
die Lindauer Hütte in 1744 Metern Höhe. In der Hütte, die zu unserem Basislager wurde,
richteten wir uns schnell ein. Nachdem Hunger und Durst gestillt waren, erlebten wir in
geselliger Runde einen gemütlichen Hüttenabend, bevor wir glücklich und müde unser
Matratzenlager aufsuchten.
Am nächsten Morgen, Wecken, Waschen, Bettenbau sowie ein herzhaftes Frühstück. Bei
leicht bewölktem Himmel fassten wir unser Tagesziel, die Besteigung des mittleren Turms
mit einer Höhe von 2782 Metern, ins Auge. Wir wanderten steil Berg auf durch duftende
Wiesen und Zirbelwälder, bis in jenen hochalpinen Bereich, der nur noch von Halden aus
Kalkstein, Kälte strahlenden Schneefeldern und unbegehbaren Felswänden geprägt war,
den Drei Türmen entgegen. Gegen Mittag erreichten wir voller Stolz den Gipfel des
Großen Turms. Wir erlebten eine sensationelle Aussicht über die Berge des Montafon,
ganz oben und dem Himmel nahe.
Für den darauf folgenden Tag war schon wieder unsere Heimreise geplant, jedoch nicht
ohne eine weitere Besteigung. Bei perfektem Bergwetter und strahlend blauen Himmel
vergaßen wir die Anstrengungen der vergangenen Tage. Wir richteten einen letzten
Blick auf die Lindauer Hütte, die uns für drei Tage Geborgenheit und Freundschaft
schenkte, wanderten auf Pfaden, entlang von grünen Hügeln, aufwärts zur
Mittagsspitze, ein kleiner Klettersteig und schon durften wir erneut einen neuen und
glanzvollen Blick auf die Berge des Montafon und die in den Tälern liegenden Dörfer
richten. Nach kurzer Pause und deftigem Vesper, gingen wir Berg ab zum Ausgangs- und
Endpunkt unserer Tour, durch Wiesen und Felder, vorbei an abgelegenen Almen und
kleinen Behausungen und durften all jenes sehen, was uns zu Beginn unseres Wegs
durch das Wetter verborgen blieb. So führte uns unser Trainer und Tourenführer, Frank
Schneider, durch die Berge und schenkte uns drei erlebnisreiche Tage und viele
unvergessliche Impressionen.

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